Phänomen Traum: Lilly kann uns auf unserem Weg nicht weiter begleiten

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Aus aktuellem Anlass möchte ich von meinem Traum berichten, den ich letzte Nacht hatte. Hierzu muss ich ein wenig ausholen.
Unsere Hündin Lilly wird dieses Jahr 18 Jahre alt. Ein wahrlich langes Leben. Als sie geboren wurde, zahlte man hierzulande noch mit der Deutschen Mark. Sie hatte es die ersten zwei Jahre nicht leicht, denn sie wurde in Spanien, genauer in Malaga, geboren und lebte dort, so nahmen wir an, auf der Straße. Wir konnten es an ihrem Verhalten erkennen, dass sie auf der Straße gelebt haben muss. Letztlich landete sie, wie viele Tiere dort, in einer Tötungsstation. Sie wurde dann von einer Organisation gerettet und nach Deutschland gebracht. Nachdem sie nach Deutschland kam, ‚diente‘ sie noch kurz als Amme und half dabei, einige Welpen zu ernähren, bevor sie letztlich, bereits ziemlich zerzaust und geschunden zu meiner Frau kam. Etwas später lernte ich sie dann kennen. Seitdem hat Lilly eigentlich, mit ein paar Ausnahmen (z.B. als sie von einem aggressiven Hund aus heiterem Himmel angefallen und blutig zusammen gebissen worden war) ein behütetes, aufmerksames, umsorgtes und gutes Leben geführt. Das ist natürlich jetzt alles sehr knapp zusammengefasst.

Vor ca. 1,5 Jahren ging es ihr zunehmend schlechter und zwar insofern, dass sie nicht mehr so recht fressen wollte. Sie war immer noch sehr aktiv und folgte mir auch stets durch die Wohnung. In der Küche stand sie immer vor mir und wollte etwas zu essen haben. Wenn ich ihr etwas anbot, fraß sie es jedoch meistens nicht. Das einzige, was sie noch wirklich fressen wollte, waren Sauerländer Bockwürstchen. Klingt seltsam, aber diese Würstchen hatten wir seinerzeit das ein oder andere mal zu einer Mahlzeit gemacht. Natürlich sind Sauerländer Bockwürstchen keine Grundlage für eine gesunde Ernährung, schon garnicht auf Dauer. Mehr als ein Würstchen wollte sie zudem auch nicht fressen. Und so nahm sie immer mehr an Gewicht ab. Ein Besuch beim Tierarzt und einer ersten Untersuchung inklusive kleinem Blutbild ergab keine Auffälligkeiten. Es wurden die Zähne (Zahnstein usw.) gemacht, falls es daran liegen würde. Wir testeten Schmerztabletten, um zu sehen, ob die Ursache vielleicht Schmerzen waren. Mit diesen Tabletten ging es ihr ein wenig besser. Doch, dass sie wenig bis garnicht essen wollte, hielt an. Sie verlor weiter an Gewicht. Ich hatte gedacht, dass man sie nicht einfach aufgeben und sterben lassen könne. Deshalb waren wir erneut beim Tierarzt. Dieses Mal wurde ein großes Blutbild erstellt sowie im Grunde alles, was man irgendwie messen und untersuchen kann, untersucht. Es wurde festgestellt, dass sie eine Schildrüsen-Unterfunktion sowie das Edison-Syndrom hat. Für beides bekamen wir Tabletten.
Bereits am ersten Tag der Medikation ging es ihr sofort besser, sie war wie ausgewechselt. Alles besserte sich abrupt, wenn man von einigen kleineren Malessen absieht, die natürlich auch schlicht auf ihr Alter zurück zu führen waren. Seit dieser Zeit bekommt sie also diese Tabletten. Wir waren immer mal wieder beim Tierarzt, um sie kurz durchhorchen zu lassen. Nach einem halben Jahr hatten wir nochmals einen Bluttest machen lassen, um zu sehen, wie sich ihre Vitalwerte verhalten. Es ergab sich, dass ihre Nierenwerte schlechter geworden waren. Auch mussten wir die Dosis des Schilddrüsenhormons erhöhen.
Ich kürze das an dieser Stelle etwas ab, denn ich möchte ja eigentlich noch auf den Traum zu sprechen kommen.
Seit einigen Wochen geht es Lilly wieder schlechter trotz Medikation.
Daran, dass sie sehr häufig Wasser lassen muss, was uns dazu veranlasste, min. alle 1-2 Stunden mit ihr ‚Pippi-Machen‘ zu gehen, hatten wir uns bereits gewöhnt und gerne für sie getan.
Doch nun scheint die Phase wieder Einzug zu halten, dass sie sehr wenig frisst und auch wieder stark abgenommen hat. Ich stelle mir natürlich die Frage, ob es richtig ist, sie weiter und mit noch mehr Medikamenten zu behandeln. Neulich überkam mich das Gefühl, dass sie nicht mehr viel Zeit hat.

Gestern hatte ich nun den folgenden Traum. Ich fuhr auf dem Rad, eine Szene, die schlüssig ist, denn ich hatte gerade erst mein Rad geputzt, erneuert und wieder einwandfrei in Schuss gebracht. Ich war unterwegs, anscheinend in die Stadt. Genau erinnere ich mich nicht, wohin ich eigentlich fahren wollte oder wo ich hingefahren war. Dann war ich auf dem Rückweg auf einer Straße, die ich gut kenne. Dort hatten wir vor einigen Jahren gewohnt. Ich fuhr eifrig und zügig. Plötzlich hörte ich ein Schnaufen und leichtes Keuchen rechts von mir. Ich blickte zur rechten Seite und sah Lilly, unsere Hündin. Sie war anscheinend neben mir am Rad gelaufen, ohne, dass ich es bemerkte. Es war mir schlicht nicht bewußt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass ich völlig alleine mit dem Rad unterwegs war. Wir sind real tatsächlich sehr viel mit unseren Hunden und mit dem Rad unterwegs gewesen, wobei wir auch eine Laufstange benutzten, an der man die Hunde anleinen konnte, so dass sie mit einem Abstand rechts vom Rad neben und herlaufen konnten. Das war auch bei oder mit Lilly so, nur dass sie dies seit ca. 4 Jahren nicht mehr konnte aufgrund ihres Alters. All dies war bekannt, nur dass sie nun in diesem Traum plötzlich an meinem Rad neben mir herlief überraschte mich sehr, denn ich wusste es schlicht nicht. Ich hatte deshalb, weil ich es nicht wusste und so rasant und angestrengt mit dem Rad geradelt war und Lilly neben mir lief, ihr bestes gab, um mit zu halten, trotz ihres Alters, ein schlechtes Gewissen. Es tat mir leid, dass ich es nicht bemerkte und sie deshalb vielleicht über Gebühr herum getrieben und überanstrengt hatte.
Ich hielt mein Rad am Straßenrand an und leinte sie vom Rad ab. Es herrschte kein Verkehr, so dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen machte. Lilly ging daraufhin um das Rad herum auf die linke Seite vom Rad, ein wenig auf die Straße, wo sich eine Schlagloch oder besser Mulde in der Straße befand. Sie legte sich hinein und rollte sich wie eine Katze zusammen und schlief ein. Sie sah so friedlich aus. Allgemein machte Lilly einen sehr guten Eindruck in diesem Traum. Sie hatte keine grauen Haare wie im Jetzt und sie sah auf jeden Fall jünger und toll aus.
Mir wurde bewußt, dass ich nicht ihren Körper sah, sondern ihre Seele, die sich nur in der Form darstellte, wie ich sie im Jetzt kenne.
Mir wurde auch klar, dass sie sich nicht bloß schlafen legte, sondern dass sie sich womöglich zum Sterben hinlegen würde. Der Tod an sich trat in diesem Traum nicht ein, es war vielmehr symbolisch zu verstehen.
Die Message war klar: „Lilly kann mir oder uns auf meinem oder unserem Weg durch das Leben nicht mehr weiter folgen.“
Es war wie ein Abschied im Geiste. Die friedliche Art, wie sie sich in das Loch einrollte und einfach einschlief, sollte bedeuten, dass es okay sei. Eigentlich könnte ich noch deuten, wenn ich in mich hinein horche, dass es im Gegenteil nicht gut sei. wenn ich nicht lerne, los zu lassen. Genau das könnte mein persönliches Problem sein. Ich bin ein sehr verantwortungsbewußter Mensch. Und so halte ich es mit den Lebewesen in meiner Nähe bzw. für die ich mich verantwortlich halte. Daher fällt es mir schwer, los zu lassen. So z.B., wie es nötig wäre, wenn ein Körper zu alt ist, um in dieser Welt zu bleiben. Und vielleicht bedeutet es ja auch zusätzliches Leid und Schmerz für Lilly? Hunde sind die loyalsten und treuesten Gefährten des Menschen. Wenn sie nicht gerade aufgrund eines akuten Ereignisses (Herzanfall, Schlaganfall, Krebs oder ähnliches) aus der Welt scheiden, so bleiben sie ihrer vorgegebenen Maxime immer treu und geben von sich aus niemals auf.

Ich frage nun die atomistisch ausgerichteten und denkenden Hirnforscher: „Welche neuronalen Änderungen über Nacht, d.h. im Schlaf, müssen stattfinden, damit das Gehirn eine solche (sinn- und/oder nutzlose) ‚Geschichte‘ zustande bringt bzw. ’sich ausdenkt'“?

Denkt ihr nicht, dass eure Deutung völliger Humbug, aber zumindest realitätsfern und/oder unvollständig ist?

Am Ende des Tages ist die Wüste kalt und doch der Anfang

Doch im Leben war die Suche im Grunde erfolglos,
denn wo ich hinsah, gelangte ich an die Oberfläche,
einer Wüstendüne gleich,
die nach dem Wind die Richtung wechselt,
und keinen tiefen Grund offenbart,
oder die Wurzel für Freud und Leid.

Und wer, mit einem Spaten gleich, die Kruste bricht,
um unter der Oberfläche des Lebens einen Blick zu erhaschen,
nur für einen Hauch der Erkenntnis
oder ein liebliches Streicheln der Liebe,
die uns einst fortgeführt und geküsst hat,
bevor wir wussten, dass es uns gibt,
wird sogleich aufgetrieben,
wie mit dem Wirbel eines Wasserspiels,
an dessen Grund ein Schaufelrad dreht.

Und die meisten, die ich fragte, verstanden mich nicht,
oder waren mit den Dingen beschäftigt,
die das Wasser aufgetrieben hatte
und die nicht das Leben waren,
so, wie wir,
sondern einem Taschenspielertrick gleich,
oder wie der verheißende Glanz eines Goldstücks,
welches zwar aus der Tiefe der Erde kommt,
aber sobald verblasst, wenn nur eine Frage gestellt
oder ein Gedanke danach angebracht ist,
wessen Hand das Rädchen dreht.

Und wer am Ende eine Weile durch diese Wüste der Oberflächlichkeit geschritten ist,
nicht wissend, ob die Schritte es sind, die uns fortbewegen,
oder das Wechselspiel der Dünen im Sand,
die mit etwas Glück den Blick frei machen
auf das Licht, das am Ende des Weges glimmt,
wie der erste Sonnenstrahl, der das Auge trifft,
wenn alles vergebens, vergessen und verloren scheint,
der hat sich selbst gefunden.

Und wer einen Blick erhascht,
auf das Licht, das am Ende Liebe und Einheit verspricht,
wird erkennen, dass dieser Weg weder endet,
noch einfach ist, sondern die Trennung ist,
obgleich in diesem Moment ein jeder eins ist,
mit allem, was ist.

(2020 – Über das Leben)

Evolution: Das große Missverständnis. Tatsächlich aber Beweis für die Existenz der geistigen Welt in der wir heute leben.

Ja, rund um das Thema Evolution ranken sich viele Deutungen und Missverständnisse. Auch wird die Evolution gerne als Ausrede für die eigene Untätigkeit und Bequemlichkeit herangezogen. Dann nämlich, wenn es an die eigene Verantwortung geht. So z.B. beim Thema Umwelt. Wieso und weshalb und was die Evolution eigentlich ist, habe ich bereits in meinem Artikel ‚Evolution: Ultimatives Ziel erreicht. Und jetzt?‚ ausgiebig behandelt.
Weshalb ich dieses Thema erneut aufgreife ist, dass ich heute wieder den Spruch ‚Im Tierreich nennt man das Auslese‘ gehört habe und zwar im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Das Gespräch mag den ein oder anderen bekannt vorkommen, es behandelte die Einschätzung, dass es sich bei Corona um eine Erkrankung handelt, die vielleicht mit einer Grippe zu vergleichen sei, wobei man damit meinte, dass daran auch eine bestimmte Anzahl Menschen sterben und deshalb nicht alljährlich diese Maßnahmen ergriffen werden, wie es jetzt bei Corona der Fall war und ist.
Ich treffe immer wieder auf diese unreflektierten Äußerungen. Im Grunde dienen sie nur dazu, sich das Leben einfach zu machen. Doch, in einer einfachen Welt, wie es vor dem Hintergrund der evolutionären Prozesse den Anschein hat, leben wir eben nicht. Wieso nicht?
Unsere Gewichtung und unser Verständnis der Evolution ist verschoben und wird deshalb stets fehlinterpretiert. Ja, es gibt die Evolution. Und ja, sie führt dazu, dass sich die Biologie (Betonung auf: ‚Biologie‘) der Organismen an die biotischen und abiotischen Verhältnisse, insbesondere, wenn sich diese verändern, anzupassen vermag. Das war es auch schon.
Wenn jeder von uns, der das Argument der Evolution für alle möglichen Dinge aus der Tasche kramt, insbesondere wenn es argumentativ ungemütlich wird, sich bloß einmal umsehen würde, würde er oder sie erkennen, dass die Welt, in der wir aktuell leben, eigentlich nicht viel damit zu tun hat. Das Laptop, das Fenster, das Auto, die Batterie, das Blatt Papier, das Grundgesetz, die Demokratie, das Gesundheitssystem, der Rollstuhl, das Theater usw. usf. So gut wie alle Dinge, mit denen wir täglich beschäftigt sind, haben im Grunde nichts mit der Evolution zu tun. Denn die Evolution bezieht sich einerseits auf die Biologie, wie oben bereits erwähnt. Und die meisten Dinge, die ich oben angerissen habe, sind nicht biologisch oder haben mit Organik so garnichts zu tun. Schon garnicht im Zusammenhang mit evolutionären Prozessen. Andererseits braucht diese Dinge die Evolution nicht, denn die Evolution bezieht sich auf die Entwicklung der biologischen Organismen und nicht auf Autos, Fahrräder, Laptops, Batterien, politische Systeme usw. usf.
Sprich: Das Argument der Evolution lässt sich nur auf derartige, biologische Prozesse anwenden!
Als ob das nicht schon Dilemma genug wäre, so ist auch die Interpretation falsch, dass es stets einen Sieger gibt oder geben muss. In Bezug auf uns Menschen habe ich das bereits in meinem oben genannten Artikel ‚Evolution: Ultimatives Ziel erreicht. Und jetzt?‚ ausgearbeitet. Es ist eben so, dass wir Menschen nun das vermeintliche Ziel erreicht hätten, dass wir über alles und jeden auf diesem Planeten herrschen und dominieren könnten. Wir müssten halt nur noch den Knopf drücken und hätten ‚alle anderen platt gemacht‘. Nach einer unreflektierten Auffassung der Evolution wäre das doch das ultimative Ziel. Dumm nur, dass wir uns damit auch selbst erledigen würden. Aber man kann anhand meiner überspitzten Darstellung dieses Aspektes sehen, dass wir anscheinend auch die Ziele oder das Ziel der Evolution falsch verstanden haben, vorallem, wenn man die Evolution für alles und nichts als Begründung und/oder Ursache anführt.
Tja, aber wohin führt das nun alles?
Es zeigt auf, dass die Evolution zwar unseren Körper hervorgebracht hat. Und in diesem Atemzug auch unser Gehirn. Doch ab einem bestimmten Entwicklungsschritt hat sich der menschliche Geist entwickelt und zu einer ganz neuen Entwicklung, nämlich zur geistigen Entwicklung geführt, die mit der rein biologischen Entwicklung nicht mehr viel zu tun hat. Der Geist hat zum Beispiel Brillen entwickelt, durch die Kurz- oder Weitsichtige weiter existieren können, obgleich sie sich in der Natur schon längst nicht mehr hätten behaupten können. Der Geist hat Häuser, Medikamente usw. usf. bis hin zu Computern, Raumschiffen, Kunst, Literatur, Ethik und Moral usw. entwickelt. Das bedeutet, der Geist hat eine eigene Entwicklung in einem völlig neuen Konzept und Vielfältigkeit hervor gebracht. Man könnte auch sagen, dass wir mittlerweile nicht mehr in der Natur mit ihren ehemals vorgegebenen Bedingungen existieren, sondern in einer Welt, die vom menschlichen Geist beherrscht und geschaffen wird.
Unsere jetzige Welt ist also eine Welt, die anders ist als die Welt, die von den Ur-Mechanismen der Evolution, die gebetsmühlenartig immer und immer wieder genannt werden und die durch das reine biologische Geschehen bestimmt waren, hervorgebracht wurden!
Das müssen wir verstehen, ansonsten haben wir die Evolution als solches nicht verstanden. Schlimmer noch, denn dann haben wir das geistige Element nicht verstanden, welches die Welt geschaffen hat, in der wir leben.
Nun zurück zur eingangs erwähnten Aussage: ‚In der Natur nennt man das Auslese‘. Ja, in der Natur. Aber wir leben in einer Welt, die durch uns und unseren Geist geschaffen wurde. Das bedeutet, wir können es uns nicht so einfach machen und auf eine Welt verweisen, die es, zumindest für uns, kaum noch gibt. Dann nämlich machen wir es uns zu einfach. Das scheint mir auch ein Todschlag-Argument zu sein für Leute, die sich nicht weiter über sowas Gedanken machen möchten.
Denn was würde es denn bedeuten, wenn wir beim Thema Corona auch so entscheiden und handeln würden, als ob wir noch in der Natur mit einzig deren Bedingungen der Evolution leben würden?
Wäre es eine Rechtfertigung, die alten und chronisch kranken Menschen einfach daran erkranken und womöglich daran sterben zu lassen? Können wir uns mit solch einer einfachen und plakativen Aussage aus der Verantwortung stehlen und womöglich Millionen Menschen verrecken lassen? Nur, weil wir es uns einfach machen und auf Prozesse verweisen, die aber unserer Welt kaum noch entsprechen? Demnach könnten wir ja auch alle Brillenträger, Herzinfarkt- Schlaganfall und tausend andere Erkrankungen, die in der Natur dazu führen würden, dass diese Menschen sterben würden, sterben lassen? Nur weil es im Dschungel vor ein paar Millionen Jahren auch so gewesen wäre? Das ist doch absoluter Nonsense, undurchdacht und deshalb inakzeptabel. Wer derart unreflektiert auf die Evolution verweist, ist ein Depp und hat diese nicht verstanden.

Phänomen Traum: Mein erster und bisher einziger luzider Traum

Mit der Reihe ‚Das Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Wie oft hatte ich bereits davon gehört, dass es diese luziden Träume geben soll. Da ich mir verhältnismäßig oft Träume merken kann, bzw. diese mir in Erinnerung kommen, hatte ich mich bereits seit Jahrzehnten gewundert, dass, wenn ich diesbezüglich doch anscheinend recht sensitiv bin, dass ich selbst noch nie einen luziden Traum hatte oder diesen gewissermaßen hervorrufen konnte.
Es ist mittlerweile einige Monate her, da konnte ich einen solchen Traum erfahren. Bei luziden Träumen soll es so sein, dass sich der Träumende während des Traumes bewußt ist, dass er/sie gerade träumt. Dies erlebte ich während es folgenden Traumes, der sich zwei Abschnitte und Szenen gliedert.

Die erste Szene, an die ich mich während dessen, was ich in dieser Nacht erlebte bzw. träumte, erinnere, war, dass ich mich im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses befand, welches sich gerade im Bau befand. Es standen die Grundmauern und alles wirkte also wie ein Rohbau und/oder wie eine Baustelle. Draußen war es Nacht und die Beleuchtung eher dunkel, aber man konnte im Treppenhaus noch einigermaßen sehen. Ich stieg die Treppen im Treppenhaus hinauf bis in die oberste Etage. Dort angekommen ging ich in einen Raum bei dem aber der Boden fehlte bzw. noch nicht fertig war. Es standen dort nur die Grundmauern. Die Bauarbeiter hatten deshalb von einer Raumecke zur anderen eine Holzbohle verlegt, über die man von einer Ecke des Raumes zu anderen gelangen konnte. Ich wollte also über diese Bohle gehen, was diese an sich eher dunkle und damit unheimliche Atmosphäre natürlich nicht gerade angenehmer machte. Als ich so auf der Bohle unterwegs war, sie war geschätzt ca. 6-8m lang, und mir nun Gedanken durch den Kopf gingen, was wohl passieren würden, wenn ich hier herunter fiel, kam mir auf halben Weg eine dunkle Gestalt entgegen, wie eine Art unheimliches Schattenwesen. Es war sofort klar, dass diese Gestalt mir nicht gerade wohlgesonnen war, sondern etwas mit mir vor hatte. In dieser Situation natürlich, mich z.B. von der Bohle stoßen, so dass ich runter stürzte. Dann stand die Gestalt direkt vor mir und packte mich am rechten Arm, was sich total real anfühlte. Man kennt diese Art Träume, dass man auch körperlich das Gefühl empfindet, wie man es in der unserer realen 3D-Welt eben auch fühlen würde. Nun bekam ich natürlich große Angst. Diese Gestalt wollte mich offensichtlich packen und runter reißen. In diesem Moment hatte ich plötzlich die Eingebung, dass diese Gestalt und alles in dieser Situation nur ein Traum ist und ich derjenige bin, der diesen Traum träumt. Demnach würde ich auch bestimmen, was in diesem Traum geschieht! Deshalb wollte ich mir diesen Angriff dieser Schattengestalt auch nicht bieten lassen und erklärte diesen für nichtig bzw. für aufgehoben. Die Kraft und die Auswirkung dessen, wie diese Gestalt mich am Arm gepackt hatte, hatte somit keine Wirkung mehr, da ich sie aufhob. Ich schubste diese Schattengestalt einfach die Bohle runter und ging weiter.
Das war nun das erste Mal, dass ich überhaupt in meinem fünfzig jährigen Leben einen derartigen Traum hatte (oder mich daran erinnern konnte), dass ich selbst bestimmte, was bzw. wie etwas geschieht! Ich war völlig überrascht. Ich war mir bewußt, dass ich träumte. Es war kaum zu glauben aber auch erhebend.

Nun stand ich ja noch weiter auf der Bohle. Am Ende der Bohle, also an der anderen Zimmerecke, stand eine weitere Schattengestalt, die im Grunde darauf wartete, dass ich der Bohle bis dahin folgte, um dann auf mich los zu stürzen und mich fertig zu machen.
Nun war ich mir aber des Traumes bewußt und somit gestärkt durch diese Erkenntnis, wollte ich mich nun auch dieser zweiten Gestalt ‚entledigen‘, wenn man so will. Ich starrte die Gestalt an und befahl ihr, ‚dass sie ihr Herz heraus reißen und aufessen solle‘. Etwas skurril und bizarr, aber genau das war, was ich wollte, was mit dieser Gestalt geschehen solle.
Ich war wohl etwas überheblich ob der Erkenntnis, dass ich nun der Regisseur und der Schöpfer meines eigenen Films war. Doch das verrückte war, dass diese Gestalt genau das machte, was natürlich eher in den Bereich des Horrorfilms ging. Aber ich konnte sehen, wie die Gestalt tatsächlich sich in die Brust griff, etwas, das aussah, wie das schlagende Herz, heraus riss und es in den eigenen Mund steckte. Schon abgefahren, aber auch ziemlich bizarr und ekelig.
Nun, da ich diese unheimliche und böse Kreatur los geworden war, ging ich weiter bis auf das Dach, welches ein Flachdach war.
Plötzlich bemerkte ich, dass sich etwas von hinten näherte. Es handelte sich um einen Schwarm unheimlicher, fliegender Geschöpfe, vielleicht vergleichbar mit Fledermäusen oder kleine Vampire. Sie wollten mich von hinten angreifen. Weiterhin nach vorne blickend, streckte ich einen Arm nach hinten aus und verwandelte diese Geschöpfe Kraft meines Willens in einen Schwarm harmlose und friedliche, weiße Tauben! Völlig abgefahren. Ich drehte mich um, um mir diesen wunderschönen Schwarm weißer Tauben anzusehen, woraufhin ich plötzlich bemerkte, dass sich nun von der anderen Seite der gleiche unheimliche Schwarm schwarzer kleiner Vampire näherte, wie zuvor von hinten. Auch diese verwandelte ich sogleich in einen Schwarm friedlicher, kleiner und weißer Tauben. Gleichzeitig wechselte die Tageszeit von Nacht zu Tag und es war hell.

Nun ist es schon sehr kurios, sich einerseits in einer Art Film zu befinden, der gewissermaßen ein Eigenleben führte und aus irgendwelchen Gründen es ständig provozierte, mich zu ängstigen und irgendwie mir ständig Szenen darbot, mich zu erschrecken, mir irgendwas zu wollen oder anzutun. Das kennt man ja von unzähligen Träumen, dass man immer das Gefühl hat, man ist nur passiver Mitspieler, der der Situation immer nur irgendwie ausgeliefert ist. Andererseits konnte ich nun aber diese böse Grundstimmung des Traumes anscheinend bewußt umwandeln und beeinflussen in etwas erfreuliches und positives. Dieser Zwiespalt oder dieses Zerwürfnis wurde mir im Traum bewußt, nachdem ich den zweiten Schwarm in Tauben verwandelt hatte. Deshalb rief ich ‚in den Traum hinaus‘ (in etwa): „Was wollt ihr eigentlich von mir? Ich tue das hier alles für euch!“

Somit endete der erste Abschnitt meines luziden Traumes. Wenn es denn einer war. Und der zweite Abschnitt folgte.
Szenenwechsel. Ich befand mich in der Wohnung meiner Eltern und meine Mutter suchte ihr Auto, welches sie irgendwo in der Gegend stehen gelassen und vergessen hatte. Sie war wohl einkaufen unweit von hier, nicht weit weg. Ich war mir weiterhin bewußt, dass ich ja nun die volle Kontrolle über das Traumgeschehen hatte und sagte ihr, dass ich ich eben losgehe und ihr Auto finden werde. Ich ging also hinaus, oder besser flog hinaus, denn weshalb sollte ich zu Fuß gehen, wenn ich doch machen konnte, was ich wollte? Ich flog also umher, ist ja viel angenehmer und praktischer, und suchte nach dem Auto meiner Mutter. Ab hier hatte ich das Gefühl, dass alles, was nun kommen würde, wie eine Art ‚Sandbox‘ oder ‚Spielwiese‘ sein würde. Ein Experimentierfeld für meine ’neue Kraft‘ mit der ich tun konnte, was ich wollte.
Ich flog also so um das Haus meiner Eltern, bog um die Ecke ab und kam an einen Baum vorbei auf dem ein Auto lag. Seltsam, aber so war es, dass ein Auto, welches nicht das Auto meiner Mutter war, auf der Baumkrone des Baumes lag. Mir wurde bewußt, da ich ja der Träumer und somit Gestalter des Traumes war, wohl ‚irgendwas falsch gemacht hatte‘. Das wollte ich korrigieren, indem ich das Auto wieder auf den Boden unterhalb des Baumes ‚zurück befördern‘ wollte, was ich gleich in Angriff nahm. Plötzlich standen unter dem Baum aber jede Menge gleichartige, aber andere Autos. Mir wurde bewußt, dass ich den ‚Befehl‘ oder den Gedanken oder die Vorstellung dessen, was ich eigentlich vorhatte, anscheinend nicht im Griff hatte oder falsch gemacht hatte. Das kam mir so in etwa vor, wie ein Zauberlehrling, der seine Zaubersprüche nicht so recht im Griff hat. Anstatt das Auto nach unten zu befördern, hatte ich jede Menge anderer Autos geschaffen, die nun dort standen. Das war mir eher unangenehm, doch bereinigen konnte ich dieses Ergebnis irgendwie nicht so recht. Ich erinnere mich eigentlich nicht mehr, wie dieser Abschnitt des Traumes endete.

Was in mir blieb, ist die Erkenntnis, dass ich in meinen Träumen nicht immer nur ein passives Etwas sein muss, das das hinnehmen muss, was da kommt, sondern dass ich selbst der Regisseur sein kann und das, was in meinen Träumen geschieht, beeinflussen kann. Es war eine erstaunliche Erfahrung. Aber wer weiß. Vielleicht war das Gefühl, die Kontrolle und das Bewußtsein zu besitzen, den Traum selbst gestalten und beeinflussen zu können nur ein Traum innerhalb eines Traumes?


Corona und die Deutschen. Teil 3: Ein Eldorado für Unmenschen und der Hass der Spießbürger

Keine Frage, es gab sie schon vor der Corona-Krise. Menschen, die eine Abneigung gegen alles und jeden haben. Während zuvor bereits Raucher und Haustiere ins Visier dieser Unmenschen gerieten, was von den Boulevard-Medien sogar befördert worden ist, und auch vor Kindern nicht zwingend Halt gemacht wurde, bietet die Corona-Krise diesen Leuten nun eine ideale Plattform, um auf alles und jeden los zu gehen.

Wenn den deutschen Spießbürgern einmal Sündenböcke für ihr persönlich empfundenes Unglück oder für ihre permanent und fast schon kollektiv vorhandene Unzufriedenheit präsentiert werden, ist ganz schnell ‚Aus die Maus‘. Das persönliche Unvermögen der Reflektion, der Egoismus, die Ellenbogengesellschaft, die Verzweiflung, die Vereinsamung. Es gibt sicherlich zahllose Gründe für diese Entwicklung. Stehen die Feindbilder einmal fest, sind ehemals formulierte Werte ganz schnell vergessen. Dabei sollte diese ‚ethnische Verhaltensstörung‘ eigentlich aus der Verarbeitung der deutschen Geschichte erkannt und verbessert worden sein. Aber genau das geschah nicht. Es geht um diese Psychose, dass Prinzipien, Bilder und Vorgaben von der deutschen Bevölkerung umgesetzt werden auf ‚Teufel komm raus‘. Ein Beispiel ist die Globalisierung, was gnadenlos, eiskalt und wider der Menschlichkeit und des Mitgefühls umgesetzt wird. Dabei ist es egal, ob bettelnde Menschen in der Fußgängerzone oder der Anteil der mittellosen Menschen zugenommen hat oder dass es nun als Normalität angesehen wird, dass es Menschen gibt, die im Müll nach Pfandflaschen suchen, um sich vom Pfandgeld etwas zu essen kaufen zu können. Es wird schlicht hingenommen. Dem Neo-Liberalismus wird gehuldigt, indem diejenigen, die wider Erwarten in der globalisierten Wirtschaft eine gut bezahlte Stelle bekommen haben, als Vorbild hoch gehalten werden. Dabei wird überdies in Kauf genommen, dass diese gut bezahlten Arbeitnehmer gefühlt das Doppelte leisten müssen, als etwa vor 25 Jahren, was wiederum zu neuartigen Krankheitsbildern wie ‚Burn Out‘ geführt haben dürfte. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht überraschend, dass nicht etwa, wie vielleicht allgemein angenommen, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen an erster Stelle stehen, wenn man sich die Statistiken ansieht, die priorisierend nach Dauer des Arbeitsausfalls die häufigsten Erkrankungen auflisten, sondern neuronale Erkrankungen. Da kann man sich ja mal fragen, welche Erkrankungen unter diesem Sammelbegriff zu finden sind.

Das Ende des zweiten Weltkrieges hat ein Deutschland hervorgebracht, dass die vielen physischen und unsäglichen Grausamkeiten, die im Zuge der nationalsozialistischen Ideologie stattgefunden haben, durchaus aufgearbeitet und positioniert hat, so dass es sich generell im nationalen Kollektiv niedergeschlagen haben dürfte. Diese Schuld und Last wird, wenn auch manchmal nicht gerade vordergründig, aber dennoch gesehen und, ich sage mal, akzeptiert.
Doch, was wir Deutschen keinesfalls aufgearbeitet haben, ist diese o.g. Psychose, dass ein Prinzip, Vorgaben, Gesetz oder auch nur Meinungsbild, gnadenlos durchgezogen wird, koste es, was es wolle. Auch, wenn Mitmenschen, denen ich auf der Straße begegne darunter leiden.

Nicht zuletzt war gerade diese deutsche ‚Charaktereigenschaft‘ die Basis dafür, dass die wahnwitzigen, grausamen und menschenverachtenden Handlungen im Dritten Reich überhaupt durchgeführt werden konnten. ‚Es wird gemacht, was die Obrigkeit vorgibt und fertig ist‘. Es mag sein, dass dies generell eine menschliche und nicht spezifisch deutsche Eigenschaft ist. Aber durch den preußischen Militärdespotismus ist es den Deutschen sozusagen in die Wiege gelegt worden.

Doch nun zum Thema zurück. In den letzten Wochen, da die Corona-Krise andauert, bin ich nun zwei Mal grob angefeindet worden. Es ist vielleicht nicht einmal die zugrundeliegende Ursache oder das Thema als solches, was mich nachdenklich stimmt und eigentlich schon erzürnt, sondern eher die Art und Weise und der Tonfall, mit der diese ‚Mitmenschen‘ oder, wie ich sie oben bereits bezeichnet habe, ‚Spießbürger‘, zu Felde ziehen. Aber mehr dazu weiter unten.
Die erste Situation ergab sich in einem Supermarkt, oder, wie man heute sagen würde, einem Discounter. Im Gedanken vertieft, war ich hinein gegangen, ohne daran zu denken, einen Einkaufswagen (neudeutsch: ‚Trolly‘) mitzunehmen. Wie viele der Leser in einigen Jahren nicht mehr wissen werden, war dies eine Maßnahme, um den Abstand von min. 1,5m zwischen den Kunden im ‚Supermarkt‘ zumindest prinzipiell zu ermöglichen. Dabei erkannte dies eine Dame, die sich im Eingangsbereich befand, sogleich und raunte mich grob an. Dabei war der Wortlaut in etwa: ‚Sie müssen einen Einkaufswagen nehmen!‘. Aber wesentlicher war der eingesetzte Tonfall.


Der zweite Vorfall ereignete sich gestern. Ich war mit unserem überaus betagten Hund vor unserem Haus auf der Wiese. Unser Hund ist umgerechnet 90 Menschenjahre alt und leidet seit geraumer Zeit an starken Gelenkschmerzen und wird diesbezüglich behandelt. Es führt dazu, dass sie kaum laufen kann. Außerdem und ebenfalls wegen des Alters, kann sie das ‚Wasserlassen‘ nicht mehr gut unter Kontrolle halten, was dazu führt, dass ich mindestens alle zwei Stunden mit ihr runter gehen muss. Da es dabei eben nur darum geht, dass sie eben ‚Pippi machen‘ muss und sie nicht oder kaum Strecken laufen kann, gehe ich eben nur kurz mit ihr runter, so dass sie auf der Wiese eben ihr Pfützchen machen kann. Aber abgesehen von diesen Hintergründen, war diese Situation gegeben, dass unsere Hündin ihr Pfützchen gemacht hatte und ich mich wieder Richtung Hauseingang begeben wollte. Plötzlich rief eine alte Dame, welche auf der anderen Straßenseite stand, herüber, dass ich etwas verloren habe. Ich schaute mich auf dem Boden um, in der Annahme, dass mir vielleicht etwas aus der Tasche gefallen ist. Doch ich konnte nichts sehen und machte derartige Gestiken. Doch in diesem Moment schimmerte es mir bereits im Geiste, dass diese Anspielung sehr wahrscheinlich bösartiger Natur sein könnte. Und das bestätigte sich auch nachfolgend. Denn diese alte Dame, welche locker um die 70 einzuordnen war, legte sogleich nach. Ich hätte ‚am Hund etwas verloren‘. Daraufhin entgegnete ich, dass dort nichts sei. Sie sagte, sie habe gesehen, dass der Hund einen Haufen hinterlassen habe. Das konnte ich verneinen und ich versicherte ihr, dass der Hunde lediglich ein Pfützchen gemacht habe. Dazu kommt ja noch, dass einerseits ein Hund nicht gleichzeitig pinkeln und einen Haufen lassen kann, andererseits habe ich, gewissenhaft wie ich bin, natürlich darauf geachtet und unserem Hund dabei zugesehen, wie sie ihr Pfützchen machte. Nun, derart von einer Passantin einer Sachlage gegenüber gestellt, die garnicht vorhanden war, und die, sofern andere Leute dies verfolgten, einer Denunziation gleich kommt, bin ich, entgegen meiner üblichen Natur, die meist freundlich, defensiv, auf Kompromiss ausgerichtet und oft eher beschwichtigend ist, in den Angriff über gegangen. Alle übrigen, entgegen kommenden und denkbaren Reaktionen meinerseits hätten nämlich dazu geführt, dass es nach einer Rechtfertigung ausgeschaut hätte. Und eine Rechtfertigung kommt üblicherweise einem Schuldbekenntnis gleich. Und wofür sollte ich mich schuldig bekennen? Dass unsere Hündin ein Pfützchen gemacht hat? Dass unsere Hündin alt ist und deshalb alle 2 Stunden raus gehen muss und den Weg bis in den Wald nicht schafft? Auf diese Weise öffentlich in eine Ecke gedrängt, die meiner Gewissenhaftigkeit und Korrektheit unwürdig gewesen wäre, habe ich zu ihr gesagt, dass ich mich frage, was sie meint, wer sie denn sei, dass sie mich bezichtigt, derart schlampig zu sein, dass ich ein Häufchen nicht weg machen würde, wenn dort einer wäre. Dass ich es von ihr extrem arrogant finde, auf diese Weise auf Menschen zu zu gehen. Ich empfand dies als die Ursache ihrer ‚Anmache‘. Denn es ist der zugrunde liegende Gedanke, der erzürnen sollte. Welches Bild habe ich von einem Menschen, von dem ich annehme, dass dieser gelassen und entspannt neben seinem Hund steht, während der Hund ‚die Wiese voll scheißt, ohne dass dies vom Herrchen weg gemacht wird‘? Dazu kommt ja noch, dass, wenn jemand solche Äußerungen von sich gibt, im tiefen Sinne seiner Aktion, damit eigentlich hervorhebt, dass er oder sie selbstverständlich ‚besser oder gewissenhafter‘ ist als derjenige/diejenige, dem ich das an den Kopf werfe. Das ist schon skandalös, arrogant, egoistisch und unverständlich, meiner Meinung nach. Das musste ich als persönlichen Angriff erachten.
Ich habe ihr dann entgegnet, dass ich den Eindruck habe, dass ich wohl sehr viel korrekter sei, als sie es ist. Daraufhin schaute die Dame nur verständnislos und mit aggressivem Blick. Da ich den Eindruck hatte, dass von dieser Frau keinerlei Einlenken zu erwarten ist, habe ich dann noch so richtig in den Angriffsmodus geschaltet, was eigentlich vollkommen entgegen meinem Stil und Wesen ist, und habe sie gefragt, ob sie Langeweile und nicht besseres zu tun habe, als andere Leute zu kontrollieren? Daraufhin ging diese Frau ihres Weges.
Ich kann nur vermuten, dass diese beiden Vorfälle mit der Unzufriedenheit und der Corona-Krise zu tun haben. Aber es fällt auf, dass die Anfeindungen allen anderen Mitmenschen gegenüber zunehmen. Zumindest habe ich in den letzten Jahren nicht so viele Vorfälle mir gegenüber registriert wie gerade in der letzten Zeit.
Dabei ist es nicht einmal die Ursache oder der Grund, der mich beschäftigt und zunehmend reaktiver macht. Es ist der Tonfall, der von Aggression und einer Form der persönlichen Attacke geprägt ist. Diesen Tonfall kannte ich schon vorher. Dabei habe ich mich immer gefragt, was diese Menschen damit bezwecken und was deren ‚Ziel‘ dabei ist? Ob es nun um Hunde geht oder um sonstige Beweggründe. Der Tonfall kommt bei mir derart an, als würden sich diese Personen freuen, wenn man nicht mehr da wäre. Aus ihrem Dunstkreis verschwunden, wenn nicht sogar besser tot. Ich frage mich, was wäre, wenn man eine tödliche medizinische Diagnose hätte. Und man diesen Leuten entgegen würde, dass sie sich schon bald nicht mehr länger mit mir herum plagen müssten, denn sehr bald sei ich tot?
Diese Leute (aka ‚Spießbürger‘) würden dies nicht verstehen, ist meine Auffassung. Denn, und das ist mein falscher Gedanke, bei diesen Spieß- oder Wutbürgern gibt es keinen Hintergedanken oder eine Strategie bei ihren Aktionen oder Anfeindungen. Sie reflektieren nicht, denn ansonsten würden sie dies nicht in dieser Art machen. Sie agieren einfach drauf los und machen sich keine Gedanken. Ansonsten, sofern sie reflektieren würden, würden sie ja vielleicht entdecken, dass ihre Aggressionen den Mitmenschen gegenüber, in einer gewissen Art ferngesteuert sind oder dass deren Grundlage auf andere, äußere und sie betreffende Faktoren zurück zu führen sind. Diese Menschen legen also ‚einfach drauf los‘. Vielleicht fühlen sie sich danach besser. Aber das geschieht auf Kosten derer, die von ihnen denunziert werden. Und das kann man sich nicht gefallen lassen. Und wenn diese Spießbürger schon der Meinung sind, dass sie die Mitmenschen auf irgendetwas, was vielleicht nicht ganz korrekt ist, hinzuweisen haben, dann geht dies auch in einem freundlichen und menschlichen Tonfall und nicht in diesem Tonfall der absoluten persönlichen Zerstörung und Verachtung. Ja, eigentlich vernehme ich auch puren Hass in diesem Tonfall. Und ich frage mich, ob das sein muss? Letztlich ist es doch so. Wir Menschen leben, wenn es gut läuft ca. 75 Jahre auf diesem Planeten. Muss ich es anderen Menschen schwer machen, diese denunzieren, beleidigen und erniedrigen oder sonstwie ‚zu Leibe rücken‘, nur, damit ich mich besser fühle und meinen Frust los bin? Ist es bereits zu viel verlangt, diese geringe Einsicht und Reflektion in der Zeit des Menschenlebens zu verlangen? Was um alles in der Welt machen manche Menschen in ihrer Lebenszeit? Machen sie sich nur Gedanken um sich selbst?




Corona und die Deutschen. Teil 2: Die Wirkung der Medien

Jeder weiß es und jeder bekommt es mit. In den Medien ist bereits seit mehreren Wochen nur das das eine Thema vertreten: Die ‚Corona-Krise‘.

Anfangs dachten wohl noch viele, es handele sich um eine Art Grippe und es war im Handeln der Menschen nicht der primäre Antrieb.
Doch nun spürt man es. Die Panik- und Angstmache der Medien, die unaufhörlich mit den aktuellsten Infos und Berichten auf die Menschen einprasseln, ist nun zum primären Antrieb im Tun und Handeln der Menschen in Deutschland geworden.
Heute, als ich verzweifelt auf der Suche nach Toilettenpapier war, sah ich in ihre Gesichter und mir wurden ihre Reaktionen deutlich gemacht.
In ihren Gesichtern spiegelt sich die Angst und Verzweiflung.
Jede Vernunft, Lebensfreude oder Gelassenheit scheint ausgeräumt. Die blanke Panik davor, zu erkranken oder auch nur in Quarantäne zu müssen, hat aus den Menschen Wesen gemacht, die eher ihren Instinkten folgen, als besonnen, zwischenmenschlich zuvorkommend, weise und solidarisch zu handeln.
Immer mehr Menschen tragen nun eine Atemmaske. Immer mehr Menschen weichen anderen aus und schauen panisch, dass man ihnen nicht zu nahe kommt. Dabei folgt dies einem Handlungspotential, das uns Deutschen in die Wiege gelegt wurde. Gewissermaßen schon bald genetisch. Es wird auch der ‚Preußische Militärdespotismus‘ genannt. Ein wichtiger Begriff, vorallem, wenn man Abi im Fach Geschichte macht. Doch dazu vielleicht mehr in einem anderen Beitrag hierzu.

Niemand grinst, lacht, freut sich oder schaut auch nur freundlich. Es wird dem Tagesgeschäft nachgegangen und dazu gehört, wohl oder übel, dem Besorgen des täglichen Allerlei oder was man vergessen hat einzukaufen. Die Blicke verraten, dass man am liebsten garnicht hier sein möchte. Und doch, die Gewohnheit trägt einen nach draussen. Einkaufen. Eintrainiert und normalerweise das Normalste der Welt. Doch man könnte sich ja anstecken…
Kein Stück Optimismus, Freundlichkeit oder Menschlichkeit. Kampf ums Überleben. Das können wir Deutschen ganz gut. Diese Angst, es könnte schon morgen nichts mehr einzukaufen geben, kein Essen, Trinken oder Klopapier. Der Mensch, nun auch ‚Konsument‘ genannt, vorallem im Discounter, bangt um sein Konsumentenleben.
Krisenmenschen in der Krise. Die ‚anderen‘ sind die Gefahr, zumindest kann von ihnen Gefahr ausgehen. Das schlimmste scheint zu sein, dass es nachher nicht mehr so ist wie vorher.
Vorher waren die Zeiten noch schön. Man konnte ohne Angst einkaufen gehen. Man konnte überall hinreisen. Man konnte sich frei bewegen. Doch nun muss man Angst haben, jemandem zu nahe zu kommen.
Es ist traurig, was die Medien aus uns gemacht haben. Dass wir uns nicht nach dem richten, was wir selbst meinen, was die Realität und angemessen ist. Dass wir unsere Menschlichkeit und unser eigenes, in uns ruhendes Gewissen dabei verlieren.

Früher, ich erinnere mich als Kind Ende der 70er. Diskussionsrunden mit Intellektuellen nach dem Format von Helmut Schmidt. Sie saßen gemütlich in Leder-Sesseln, rauchten, tranken (manchmal sogar Alkohol!) und schwadronierten gemütlich und respektvoll über brisante Themen. Sie ließen andere ausreden und fielen nicht ins Wort. Könnte sein, dass es nur in meiner Erinnerung so erscheint und es nicht ganz so glanzvoll tatsächlich war. Aber es war sicherlich, im Vergleich zur heutigen boulevard- und schlagzeilengeilen und überaus oberflächlichen Presse, die sich anschickt, die Meinung und Überzeugung der sehr viel cleveren Menschen in Deutschland, die stets unterschätzt werden, zu bilden, sicherlich etwas anderes. Etwas beruhigendes, beschauliches, sachliches und auch menschliches darin.
Wenn wir das umsetzen und danach handeln, was uns, auch subtil, durch die Medien in den Geist gesteckt und dort hinterlassen wird, werden wir Menschen dabei zu Mündel einer sich selbst erhaltenden Medien-Industrie, die genau davon lebt.
Dabei ist ein Haken dieser Industrie, dass sie selbst nicht erkennt, dass sie gerade durch die Menschen in dieser Republik existiert, die sie selbst formen möchte.
Ich möchte mich nun kurz halten.
Liebe Mitbürger. Folgt nicht diesen angstmachenden Bildern und Äußerungen in den Medien. Sie leben davon, dass sie das präsentieren, was sie präsentieren und erwarten dadurch ihren Selbstzweck und Selbsterhaltung.
Wir Bürger und Menschen in dieser Republik haben uns nicht auf dieses reisserische, oberflächliche und zuweilen unmenschliche Niveau dieser Industrie zu begeben. Denn wir sind sehr viel weiter entwickelt und habe das nicht nötig.
Das, was wir nötig haben, ist Zwischenmenschlichkeit, Zusammenhalt, Verständnis, Solidarität, Optimismus und auch Lebenfreude.
Man stirbt nicht, wenn man einem anderen Menschen nun 20cm näher kommt, als von den Medien vorgegeben!
Lasst euch nicht unterkriegen und vorallem nicht beeinflussen. Die Medienwelt ist nicht unsere Welt. Informationen ja, dafür ist die Medienwelt gut. Aber zieht doch bitte eure eigenen Rückschlüsse. Ihr seid die Gesellschaft und ihr seid das Leben in dieser Welt. Wollt ihr Getriebene des Mediengeschehens sein, wie etwa seinerzeit im dritten Reich? Wir sind mehr und wir sind wertvoll. Es wird Zeit, dass wir das erkennen und zusammen halten.
Das Virus macht Angst, keine Frage. Aber macht es nicht mehr Angst in einer Welt der instinktiv reagierenden Tiere zu leben, die keine Rücksicht mehr auf die Mitmenschen nimmt?
Folgt dem eigenen Gewissen und nicht dem Tenor einer Industrie, die erhalten werden möchte. Vernunft ist angesagt. Auch vorsichtiges Umgehen. Letztlich möchte niemand an den Folgen dieser eher unbekannten Erkrankung sterben. Aber das ist kein Grund, seine Mitmenschen zu verachten oder zu umgehen. Im Gegenteil. Wenn es irgendetwas in der Art einer menschlichen Güte und einer Zusammengehörigkeit in eurem Geiste gibt. Lasst es die anderen mit Respekt und Freundlichkeit wissen.

Corona und die Deutschen. Teil 1: Toilettenpapier


Eine kleine Reihe über die aktuelle ‚Corona-Krise‘. Dieser Begriff, der uns von den Medien ins Hirn gebrannt wurde.

Eigentlich gibt es sehr viel tiefgründigere Themen, die man in Verbindung mit diesem Virus in unserem Lande bringen könnte. Aber da es so schnöde, unverständlich, aber auch gerade deshalb in idealer Form symptomatisch für das aktuelle Geschehen und Zusammenhänge sein kann, möchte ich dieses Thema voranschicken.

Schon sehr lange heißt es, dass viele Menschen viel Toilettenpapier kaufen, seitdem vom Virus in den Medien berichtet wird. Doch eine gewisse Zeit lang, vor ca. 3-4 Wochen, gab es meistens, wenn ich mich in einem Discounter aufhielt, noch etwas davon in den Regalen.

Vor ca. 4 Wochen kauften wir zwei Pakete. Das war bereits ein Paket mehr als wir es sonst für geeignet hielten. Wer würde schon denken, dass so etwas, im Vergleich z.B. zu Trinken, Essen und dergleichen, schnödes und unwichtiges wie Toilettenpapier mal eng werden würde?
Im Laufe der Zeit beobachtete ich, dass die Regale immer häufiger leer wirkten und ausgeräumt waren.
Vor ca. 1,5 Wochen war im Markt um die Ecke wieder etwas zu erstehen und deshalb kaufte ich Toilettenpapier ein. Ein Paket, nicht mehr. Mir wäre es zu peinlich, unsolidarisch und auch geistig unter meinem Niveau gewesen, nun wie ein Tier ebenfalls tonnenweise davon zu kaufen. Aber da war die Menge, die ein einzelner Kunde kaufen durfte, bereits limitiert.
Also, kaufte ich ein Paket. Nach 1-1,5 Wochen wurde das Toilettenpapier bei uns im Haushalt nun wiederum knapp. Wir schauten dann in den letzten zwei Tagen auf unseren Wegen, die wir sowieso zurück legten mussten, in fünf(!) verschiedenen Geschäften rein in unterschiedlichen Regionen (Wallenhorst, Glandorf), doch überall waren die Regale ausgeräumt.
Nun war bei uns nur noch eine Rolle vorhanden, so dass tatsächlich ein Notstand zu drohen schien.
Irgendwo musste ich also Toilettenpapier her bekommen, wenn ich, bzw. wir in unserem Haushalt, mir/uns noch zivilisiert den Hintern reinigen wollte(n).
Also, bin ich heute durch geschlagene sechs(!) Geschäfte gefahren. In zwei Geschäften stieß ich auf Toilettenpapier und jedes Mal war der Kauf auf eine Packung limitiert.
Wie ist das alles zu erklären? In einer sog. ‚Krise‘ sind nicht etwa Lebensmittel knapp, sondern so etwas wie Toilettenpapier? Ist das ein deutsches Phänomen oder ist das in fast allen europäischen Ländern so?

Auch auf Nachfrage bei Bekannten, Verwandten und Freunden gab es keine übereinstimmende oder schlussendlich zweifelsfreie Erklärung dafür. Meist erklärte man mir, dass genug Toilettenpapier im Haushalt vorhanden sei. Aber das nicht wegen Corona, sondern (angeblich) immer schon.
Na ja, vielleicht ist das schon des Rätsels Lösung?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Erklärungsansätze, die sich schlüssig anhören.

1. Listen der Bundesämter für/bei Katastrophen
Auf diesen Listen ist aufgeführt, was man alles benötigt im Falle einer Katastrophe. Unter anderem ist Toilettenpapier aufgeführt. Sind die Menschen damit einkaufen gegangen?

2. Angst vor Quarantäne
Dies klingt mir sehr schlüssig. Die Menschen haben Angst davor, dass sie wegen Corona in Quarantäne sind und decken sich deshalb mit Toilettenpapier ein?
Aber gibt es nichts wichtigeres als Toilettenpapier? Trinken, Essen, Rauchen, Handy usw. usf. Letzteres habe ich auch nur aufgeführt, weil das Handy mittlerweile gefühlt sogar wichtiger scheint als Essen oder Trinken.
Ist diese pessimistische Einstellung, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass man in Quarantäne muss, tatsächlich realistisch oder handelt es sich um bloße Angstmache der Medien?

Wieso sind die Menschen derart pessimistisch? Handelt es sich um eine Grundeinstellung der Menschen in Deutschland?

Während ich dies schreibe, wird draußen gestorben.

Es ist ein typischer Samstag Morgen. Ich werde sehr früh, gegen 5:30 Uhr wach, denn meine innere Uhr, die vollends auf den alltäglichen Arbeitsrhythmus eingerichtet ist, läßt sich am Wochenende nicht einfach umstellen, so dass ich dann auch mal bis 8 oder 9 Uhr schlafen könnte. Mittlerweile, es ist inzwischen nach 8 Uhr, habe ich mir 1-2 Kaffee gemacht und vertreibe mir seitdem die Zeit, überwiegend mit Surfen und Recherchen im I-Net zu Dingen, die im wesentlichen völlig unbedeutend sind. Gemeint sind irgendwelche materiellen Objekte, die einen beschäftigen, weil man darauf fixiert ist und weil es die einzige Beschäftigung des Geistes ist, die augenscheinlich ‚Sinn macht‘. Denn mein Geist hat durch Gesellschaft, Kultur und durch das System gelernt, dass das einzige, was Bestand hat, eben materieller Struktur ist. Das kann man anfassen und somit be’greifen‘, verstehen, zuordnen, definieren usw.. Gewissermaßen die einzige verbliebene Antwort des modernen Menschen auf die Fragen dieser Welt.

Immer wieder zwischendurch habe ich von draussen ein lautes Knallen gehört. In diesem Moment gerade auch. Zwei Mal knallen. Bei den ersten Knallgeräuschen, ca. vor 1-2 Stunden, war ich noch gedanklich ziemlich naiv unterwegs und dachte insgeheim, es könnten irgendwelche Kids sein, die vielleicht alte Böller, die von Sylvester überig waren, anzünden. Doch das Knallen ging weiter, bis zuletzt eben gerade.

Natürlich sind es keine Kids. Es sind Jäger, die Wild erlegen.
Es handelt sich dabei um eine Perversität unserer Zivilisation und ist stellvertretend für unser Unverständnis und unsere Arroganz der Natur und somit unseren Mitgeschöpfen gegenüber. Es bedeutet auch, dass wir unserer Verantwortung, die wir unzweifelhaft durch die Entwicklung unserer Technik und die damit einhergehende Macht, sowohl nicht würdig sind, als auch nicht in der Lage sind, diese in angemessener Weise zu übernehmen, geschweige denn zu verstehen oder gar sinnvoll umzusetzen.
Symtombehandlung. Wie bei fast allen Aspekten unserer Entscheidungen und den Handlungen, die daraus resultieren, haben wir es hier mit der allseits präsenten Symptombehandlung und somit dem Fokus auf die Oberflächlichkeit zu tun. Ob Krankheiten oder Beschwerden, der Medizin oder Umweltzerstörung und zahlreichen anderen Themen. Wir haben uns auf die Symptombehandlung beschränkt. Ist es das ‚Wie?‘ und nicht das ‚Warum‘? Vielleicht, weil wir schlicht unfähig sind, die Ursachen zu ermitteln oder zu erkennen. Vielleicht, weil wir zu bequem sind, die Ursachen zu beheben. Vielleicht, weil wir zu gierig und geizig sind, die Ursachen zu beheben. Denn, um die Ursache in diesem Zusammenhang zu beheben, würde es eine Menge Geld kosten. Oder vielleicht, weil wir einfach zu dumm sind, die Ursachen festzustellen, geschweige denn entsprechende nachhaltige Lösungen zu formulieren und umzusetzen?
Es wird eine Menge Gründe haben, weshalb wir die Ursachen nicht angehen oder erkennen (können). Fakt ist, dass wir es nicht tun. Und das ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch geistig ein Armutszeugnis. Es zeugt von unserem armseligen und dürftigen Gesamtverständnis der Dinge in dieser Welt.
Ich habe das Gefühl, dass dieser Beitrag insgesamt länger werden könnte. Daher kann ich auch etwas ausholen und von meiner ersten, etwas tiefer gehenden Erfahrung im Zusammenhang mit der Jagd und einem Jäger berichten. Es ist nicht schön, doch es hat mein Verständnis und meine tiefgründige Abscheu gegenüber allem, was mit der Jagd und vorallem Jägern zu tun hat, maßgeblich geprägt bzw. hervorgebracht.
Ich lernte einen Jäger bei der Arbeit im Handwerk kennen. Es gab dort einen Kollegen, der ‚in seiner Freizeit‘ Jäger war. Allein die Verbindung ‚Freizeit‘ und ‚Jäger‘ kann unter Umständen bereits einen Widerspruch, Argwohn und Zweifel hervorrufen.
Eine gewisse Zeit musste ich mit diesem Kollegen zusammen arbeiten und in Folge dessen kamen wir natürlich auch ins Gespräch, wobei er mir von seinem ‚Hobby‘ berichtete. Er berichtete mir eben, dass er ‚in seiner Freizeit‘ Jäger sei und zusammen mit ein paar anderen ‚Hobby-Jägern‘ (Freunden/Kumpel/Kumpane) ein Waldstück gepachtet habe.
Da diese Erfahrung bereits min. 18 Jahre her ist, weiß ich nicht mehr genau, welchen Zeitraum er angegeben hatte, für den Intervall, in dem er und seine ‚Hobby-Jäger‘ in dieses Waldstück einkehrten, ‚um den Bestand zu regulieren‘. Angesichts dieser Aussagen, stellt sich mir die Frage, welche Art Motivation dahinter steckt, ein Waldstück zu pachten, um darin anschließend jagen zu gehen? Liegt der Schwerpunkt dieser Motivation vielleicht oder gar in der Handlung als solches, also dem Töten von Tieren? Mein Gedanke oder meine Vermutung wurde durch seine nächste Geschichte gestützt. Was jetzt folgt, hat mich stark in der Einsicht geprägt, dass es diesen Trieb in uns Menschen gibt. Einerseits nährt sich dieser Trieb aus dem Ur-Drang zu töten und sogar Lust dabei zu empfinden. Andererseits aus dem Unvermögen, über die eigene beschränkte Welt hinaus zu denken bzw. sich empathisch und reflektiv innerhalb dieser Welt zu bewegen, sie mit Verständnis und Gefühl zu erfassen und zu verstehen.
Er lebte wohl eher ländlich, in einem Haus mit Hof.
Er berichtete, dass sich eines Tages eine Katze auf seinem Hof einfand und sich anschickte, sich dort niederzulassen. Er sagte, er möge Katzen zwar nicht, aber da seine Tochter, sie mag ca. 10 Jahre alt gewesen sein, sich über die Katze gefreut habe, habe er die Katze gewähren lassen. Etwas später dann, ich werde niemals diesen eiskalten, gefühlstoten Tonfall vergessen, mit der er das nachfolgende beschrieb, habe diese Katze ‚doch tatsächlich Junge bekommen‘. Es schien ihm völlig unverständlich und der Tonfall ließ keinen Zweifel offen, dass er die Niederkunft der Katze mit völliger Bestürzung, Unverständnis, ja, fast schon als Beleidigung, Provokation oder als Herausforderung an seine Lust zu töten aufgefasst hatte. Es war für mich, der sich diese, in ihrer Art der Darbietung offensichtlich eiskalten, widerwärtigen Ausführung anhören musste, eine Qual und es beschäftigt mich bis heute, wie ein Mensch ohne Gefühl und Empathie sein kann.
Seine Tochter habe die kleinen Kätzchen, die diese Katze ‚gewagt hatte‘, auf seinem Hof zur Welt zu bringen, schnell lieb gewonnen. Das alles gefiel ihm überhaupt nicht. O-Ton: ‚Da kommt die doch mit einer Hand voll Junge um die Ecke!!‘. Es war klar, er hatte nur ein Ziel: Dieses Kätzchen los zu werden, so schnell wie möglich und koste es, was es wolle. Ich habe bis heute, also nach min. 18 Jahren, nicht verstanden, weshalb dieser Mann derart tickte. Und ich bin mir nicht sicher, ob er es selbst wusste…
Eines Abends habe er dann ‚allen Kätzchen den Hals umgedreht‘, wie er mir mit dieser gnadenlosen Art berichtete. Und auch dabei, war in seiner Stimme, seinem Verhalten, im Zuge seines ‚Berichtes‘ und seiner Auffassung dieser Ereignisse gegenüber keine auch noch so winzige Spur eines Zweifels, der Reue, des Mitgefühls oder sonstwie in irgendeiner Form emotionale Berührung zu vermerken.
Es war für mich, der zumindest versucht, emotional und empathisch zu handeln und zu verstehen, ein absolutes Gräuel. Es war nicht nur kaum, sondern nicht auszuhalten. Es beschäftigt mich bis heute. Aber seine Geschichte geht doch noch etwas weiter. Denn er berichtete, dass seine Tochter am kommenden Tag und in der folgenden Zeit völlig aufgelöst und traurig gewesen sei, weil die Kätzchen bzw. die Katzen nicht mehr da waren. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, er hatte der Katze, also der Mutter, ebenfalls den Hals umgedreht. Ach, apropos, er beschrieb auch noch, wie das geht und dass man ‚es so mache‘. Doch das schlimmste war die Art, wie er das beschrieb. Aber darüber, wie ich es empfunden habe, habe ich ja bereits etliche Zeilen verfasst.
Also, wenn man das zusammenfasst. Der Mann lebt mit seiner Familie auf einem Hof. Dort findet sich eine Katze ein, die wenig später Junge zur Welt bringt. Seine Tochter ist völlig begeistert und liebt diese Tiere. Er dreht allen den Hals um (und bricht womöglich seiner Tochter somit das Herz).
Es ist anzunehmen, dass die Katze seinen Hof aufgesucht hat, weil(!) sie trächtig war und vielleicht einen sicheren Ort suchte, um die Junge zur Welt zu bringen. Kann sein, muss aber nicht. Aber abwegig ist der Gedanke nicht. Und dieser Mann hat, obgleich seine Tochter diese Tiere liebt, nicht besseres zu tun, als diesen Tieren, die Zuflucht und Schutz bzw. Sicherheit gesucht haben, den Hals umzudrehen. Wer da an das Gleichnis von Bethlehem denkt, geht wohl, zumindest tendenziell in die richtige Richtung.
Nachdem er mir das erzählte und es mich innerlich anwiderte, horchte ich in mich. Es war für mich ganz klar, dass dieser Mann ein eiskalter Killer war.
Wo liegt die Grenze, ob ich Tiere mit Null Empathie (Null wie 0 oder Nada oder nothing oder Vakuum) behandle und töte oder auch gleich einen Menschen? Sie glauben das nicht? Sie denken, auch bei solchen Menschen gibt es noch diese Artgrenze in dem Sinne, dass doch zumindest diese Schwelle zwischen Mensch und Tier gesetzt wird?
Dann berichte ich mal weiter. Wenig später, ich hatte ein paar Tage oder Wochen mit ihm gearbeitet, ging der folgende Fall durch die Presse. Man habe einen Triebtäter gefasst oder gesucht, der Mädchen sexuell mißbraucht haben soll.
Mein ‚Kollege‘ sagte daraufhin, dass wenn jemand seine Tochter anfassen würde, würde er diesen Typen auf seine Weise erledigen.
Es war wiederum kein Zweifel in seiner Stimme zu vernehmen. Dieser Mann war ganz eindeutig ein Killer ohne Emotion und Gnade. Es wunderte mich, dass er bis dato noch nicht im Knast war und bereits jemanden um die Ecke gebracht hatte.
Nachdem ich diese für mich unsägliche Geschichte ausgeführt habe, wird vielleicht deutlich, welche Bedenken ich der Jagd und Jägern gegenüber habe. Es ist diese Lust auf Töten, die zumindest potentiell bei allen Jägern mitschwingt. Oder zumindest der Verdacht darf erlaubt sein, dass es bei manchen dieser ‚Kollegen‘ vorhanden ist.
Wenn denn keine Lust eine Rolle spielt, bei der Tätigkeit eines Jägers, was dann? Die Pflicht? Wäre es dann erlaubt anzunehmen, dass Jäger an sich nicht gerne töten? Und wenn dem so ist, wieso habe ich noch nie die Aussage eines Jägers dahingehend gehört, dass dieser nur seine Pflicht tut und eigentlich diese Tiere nicht schießen möchte? Dass es ihm deshalb leid um diese Tiere tut und er es deshalb lieber nicht täte? Dass er Mitgefühl für diese Kreaturen empfindet?
Das habe ich so noch nie gehört. Im Gegenteil, diese Leute sind stolz auf ihre Tätigkeit und pflegen und hegen Traditionen. Keine Spur der Reue oder gar des schlechten Gewissens. Wie kann man das erklären? Vielleicht weil man es ihnen eingeredet hat, dass Tiere eben keine Menschen und deshalb ‚minderwertig sind‘? Brauchen wir deshalb diese Unterschiede? Dass der Mensch ‚etwas besseres ist‘?
Es ist klar, worauf ich hinaus will. Jedes(!) Leben ist sinnvoll und von Bedeutung. Demzufolge muss auch der Akt des Tötens dem ethischen Anspruch genügen, dass es insofern sinnvoll ist, dass es dem Leben dienlich ist, wenn denn überhaupt getötet werden muss.
Aus reiner Lust zu töten darf nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Macht, Überheblichkeit oder Überfluss zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Gier und Bereicherung zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Torheit zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Und zwar so lange, bis das maximal ethisch denk- und vertretbare in Fleisch und Blut der menschlichen Spezies übergegangen ist.
Es ist auch klar, dass es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt. Es gibt keine ‚Lebewesen zweiter Klasse‘. Dies sollte selbst und gerade Materialisten und innerhalb der Naturwissenschaft klar sein. Denn rein biologisch gibt es keinen Unterschied, der in mir den Gedanken aufkommen lassen könnte, dass eine Art ‚besser oder lebenswerter‘ sei als eine andere.
Wir sind nicht die Krone der Schöpfung. Ja, wir sind nicht mal besser als andere Lebewesen. Kaum zu glauben, aber wahr. Und genau deshalb haben wir nicht darüber zu befinden, wer oder was getötet werden darf.
Die einzige Barriere und Gretchenfrage, die bleibt, ist die des Überlebens. Der einzige Grund, weshalb es uns ethisch vertrebar bleibt ist der, das nackte Überleben zu sichern. Insofern wäre es zum Beispiel ethisch legitim, ein Tier zu töten, wenn dadurch etwa das Verhungern abgewendet werden könnte. Doch das kann ich bei diesem Akt der Jagd in unseren Gefilden nicht feststellen. Es beruht darauf, dass wir in der Vergangenheit durch unsere Zerstörungs- und Ausbreitungswut und somit Gedankenlosigkeit den Lebensraum unserer Mitgeschöpfe dezimiert haben. Klingt einfach und ist es auch. Lösungen und Ursachen können manchmal sehr einfach sein.
Das einzige, was zählt, ist das Leben. Und zum Leben gehören wir alle. Alle Lebensformen auf diesem Planeten.
Ich sprach weiter oben von Symptombehandlung. Ja, Jäger behandeln das Symptom, dass es Wild gibt, welches deshalb reduziert werden muss, weil es keine entsprechenden Beutegreifer mehr gibt. Weshalb gibt es die nicht? Weil wir sie ausgerottet haben. Was wäre also eine geistig folgerichtige Transferarbeit, um eine angemessene und ethisch und formal logisch korrekte Lösung für alle Lebensformen zu finden? Etwa, weil wir deren Lebensraum vernichtet haben, die überschüssigen Lebewesen regelmäßig abzumetzeln ODER Lebensräume zu schaffen und wieder herzustellen? Entscheiden Sie selbst.